Sonntag, 23. November 2014

Wissenswertes über Silikone

Da ich mittlerweile seit mehr als 1 1/2  Jahren Haarprodukte ohne Silikone wähle, dachte ich, es wäre vielleicht angebracht, mal etwas zur Theorie darüber zu erzählen. :)

In der Werbung werden oft Repairshampoos/-spülungen angepriesen, nach deren Benutzung kaputte Haare sofort wieder repariert werden, wunderschön glänzen und schwungvoll herumgewirbelt werden können. In solchen Produkten sind oft Silikone verschiedenster Arten enthalten und diese stehen arg in der Kritik. Aber was ist dran an der Sache?


Was ist Ziel des Einsatzes von Silikonen?


  • mehr Glanz
  • bessere Kämmbarkeit
  • Umschließen von Spliss

Wie wirken Silikone?

Silikone umschließen das Haar mit einer dünnen Schicht. Das heißt oben genannte Ziele werden erreicht, das Haar glänzt, ist besser kämmbar und der Spliss nicht mehr sichtbar. Und genau hier liegt das Problem: Nur weil der Spliss nicht zu sehen ist, heißt das nicht, dass er nicht mehr da ist. Er wird nur überdeckt, nicht beseitigt. Spliss kann NICHT repariert werden, es geht kein Weg an der Schere vorbei. 
Durch die Schicht die um die Haare gelegt wird, ist es außerdem schwerer für Pflegeprodukte direkt an das Haar heranzukommen. Das heißt, es wird zwar durch die Silikone vor eventuell neuem Spliss geschützt, aber der alte kann sich innerhalb der Silikonschicht ausbreiten und den Haarzustand somit verschlimmern. Das merkt man daran, dass nach Absetzen von silikonhaltigen Produkten die Haare oft nicht allzu gut aussehen.
Was das Ganze noch verschlimmert ist die Möglichkeit eines sogenannten "Build Up"s. Das bedeutet, dass sich durch Shampoo/ Styling Produkte etc. immer mehr Silikone auf dem Haar ablagern - es wird schwer und kraftlos.
Auch auf die Haut können Silikone negative Auswirkungen haben: Brennen, Schuppen, Jucken.. aber das muss nicht sein, ich persönlich kann mich nicht an solche Reaktionen erinnern - höchstens Kopfhautjucken, was mich oft am Tag vor der nächsten Haarwäsche befiel.


Wie kann man Silikone aus dem Haar loswerden?

Silikone generell oder im speziellen ein Build Up, wie eben erwähnt, lassen sich selbstverständlich auch wieder aus dem Haar entfernen. Dazu werden auf dem Markt zahlreiche Peelingshampoos angeboten - diese sind aber wenig haarfreundlich. Man sollte sich lieber ein paar Wäschen Zeit nehmen und dafür die Haare nicht noch mehr belasten: nach einigen Wäschen mit silikonfreiem Shampoo sollten die Silikone verschwunden sein - unterstützend kann man ein- bis zweimal eine Ölkur machen, denn manche Silikone lösen sich in Öl besser. 


Was nützt es keine Silikone zu verwenden?

Mir persönlich hat es mehr Liebe gegenüber meiner Haarstruktur eingebracht: vorher war ich absolut unzufrieden, habe meine Locken gerne mal geglättet, weil meine Haare einfach mehr struppig als schön waren. Dadurch, dass ich mich durch die Antisilikone-Sache aber viel intensiver mit meinen Haaren, mit ihrer Pflege etc. beschäftigt habe, mag ich sie mittlerweile viel mehr und ich finde sie sind wirklich schöner geworden! Sie sehen gesund aus, die Locken bilden sich schön und unbeschwert und sie fühlen sich auch besser an. :)
Der einzige negative Punkt war, dass ich anfangs erstmal beim Friseur ca. 10 bis 15cm Haare lassen durfte, da sie so kaputt waren. :( Mittlerweile bin ich wieder ungefähr bei meiner Haarlänge davor angekommen. Natürlich haben meine Spitzen immernoch/schon wieder Spliss. Komplett wird man den einfach nicht los, aber es sieht sehr viel besser aus als noch vor einem Jahr. :)
Es lohnt sich also ;) 

Manchmal werden Silikone aber auch gezielt zum Schutz der Haare eingesetzt. Wenn man weiß, dass große Belastungen - eine Wanderung in sehr windigen Gebieten etc. - auf die Haare zukommen, kann man vorher eine silikonhaltige Spülung verwenden, die das Haar umschließt und schützt. Ich habe mich jedoch mit dieser Form der Silikonanwendung noch nicht beschäftigt, kann euch deswegen dazu auch nicht über eigene Erfahrungen berichten.

Als letztes habe ich noch eine kleine Übersicht von Silikonen für euch. Wasserlösliche gehen recht schnell auszuwaschen, die nicht wasserlöslichen sind etwas hartnäckiger - hier kann z.B. eine Ölkur zum Einsatz kommen.


Wasserlösliche Silikone: 

Trideceth-12
Dimethicone Copolyo
Cetrimonium Chloride
Dimethicone copolyol
Hydroxypropyl
Polysiloxane
Lauryl methicone copolyol 


Bedingt wasserlösliche Silikone: 

Amodimethicone
Behenoxy Dimethicone
Stearoxy Dimethicone 


Nicht wasserlösliche Silikone: 

Cetearyl Methicone
Cetyl Dimethicone
Cyclomethicone
Cyclopentasiloxane
Dimethicone
Dimethiconol
Stearyl Dimethicone
Trimethylsilylamodimethicone 


Wie ihr vielleicht erkennt haben diese Stoffe alle die Endung -cone oder -xane.. daran erkennt ihr Silikone. :)
Zusätzlich könnt ihr Apps wie Codecheck verwenden, die euch schädliche/nicht empfehlenswerte Inhaltsstoffe anzeigen. 



Habt ihr noch Fragen zu Silikonen, meinen Erfahrungen, bestimmten Produkten? Oder habt ihr eigene Erfahrungen, die ihr gerne teilen würdet?
Schreibt mir doch über das Kontaktformular rechts oder über die Kommentarfunktion - ich würde mich freuen ;)

Liebe Grüße und bis zum nächsten Post!
Julie



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